Liebe Mitchristen,
liebe Bewohner von Oberhausen und dem Bärenkeller!
Ohne Zweifel ist die Situation, die wir gerade durchmachen, mit nichts zu vergleichen, was wir bisher erlebt haben. Gerade deshalb gibt es bei vielen Menschen eine große Verunsicherung, Ängste und Sorgen.
Andererseits erlebe ich auch eine große Sorglosigkeit, ja auch Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Korona-Virus und seinen Folgen.
Weder Panik noch Leichtfertigkeit sind angebracht. Vielmehr geht es darum, besonnen zu bleiben und das Nötige konsequent zu tun, damit die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden kann. Gleichzeitig müssen aber auch alle Menschen mit dem versorgt werden, was sie zum Leben nötig haben.
Dazu wollen wir als christliche Gemeinschaft unseren Beitrag leisten. Das bedeutet:
Da in unseren Kirchen momentan keine Gottesdienste gefeiert werden dürfen (auch keine Taufen und Hochzeiten; Beerdigungen in sehr eingeschränktem Rahmen), verweisen wir auf die Gottesdienstübertragungen im Fernsehen und im Internet. Unser ernannter Bischof Bertram Meier wird täglich um 19 h und sonntags um 10 h einen Gottesdienst für unser Bistum übertragen.
Außerdem lädt Dr. Bertram Meier am kommenden Donnerstag, 19. März um 21 Uhr alle Gläubigen im Bistum Augsburg zu einem Rosenkranz-Gebet im Anliegen der Solidarität mit allen vom Corona-Virus Betroffenen ein. Zu Beginn sollen die Glocken läuten, Kerzen in den Fenstern brennen und Tücher aus den Fenstern gehängt werden.
Wir selbst werden aus unseren Kirchen keine Gottesdienste übertragen, werden am Sonntag aber in unseren Kirchen und auf der Homepage einen Gebetsimpuls auslegen bzw. veröffentlichen. Schön wäre es, wenn Sie Zeit fänden, alleine oder mit Ihrer Familie gemeinsam zu beten und das Evangelium des Sonntags zu betrachten. Denn gerade das Gebet kann uns, wenn wir auch räumlich getrennt sind, zu einer tiefen Gemeinschaft verbinden.
Für ältere Menschen und alle, die das Haus nicht mehr verlassen können, bieten wir ab sofort Hilfe bei Besorgungen (Lebensmittel, Medikamente) an. Bitte melden Sie sich zu den Öffnungszeiten telefonisch im Pfarrbüro oder schreiben Sie uns eine Mail.
Unser Pfarrbüro hat für den Parteiverkehr geschlossen, ist aber per Telefon oder Mail unverändert erreichbar.
Derzeit wissen wir nicht, ob es noch weitere Einschnitte in das öffentliche Leben geben wird oder wie lange die Einschränkungen andauern werden. Ich rechne aber damit, dass wir den Höhepunkt der Pandemie längst nicht erreicht haben uns weitere Maßnahmen, auch über die Kar- und Ostertage hinweg, folgen werden.
Da gerade wieder sehr viele Fehlinformationen und Unwahrheiten über das Internet verbreitet werden, rate ich dazu, seriöse Medien und vertrauenswürdige Informationsquellen zu nutzen. Panikmachern und Verschwörungstheoretikern kann man nur ganz persönlich eine Absage erteilen.
Ich kann nur widerholt zu einer christlichen Gelassenheit und christlicher Solidarität raten. Das bedeutet auch, den staatlichen Anordnungen Folge zu leisten. Denn nicht die medizinischen Maßnahmen, sondern unser aller Verhalten im Alltag entscheidet darüber, ob die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden kann. Und das kann Leben retten.
Früher sind die Menschen angesichts von Seuchen und Katastrophen zum Gebet in die Kirchen geströmt. Heute wissen wir, dass die Ansteckungsgefahr bei größeren Gruppen und in geschlossenen Räumen so hoch ist, dass wir davon nur abraten können. Das heißt aber nicht, dass Gott nicht die richtige Adresse für unsere Sorgen und Nöte ist.
Wir müssen ihn sicher nicht informieren, denn Gott weiß, was wir brauchen, noch bevor wir es ansprechen. Vielmehr geht es darum, sich in seine Nähe zu begeben. Denn bei ihm gibt es Trost und Hoffnung.
Dabei kann der (erzwungene) Rückzug in die Einsamkeit, den auch Jesus immer wieder vollzogen hat, sogar eine Hilfe sein. Denn in der Stille und der Einsamkeit des Herzens kann man Gottes heilsame Gegenwart besonders spüren und erfahren.
Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen bei allen Unannehmlichkeiten und Sorgen solche Momente geschenkt werden. Momente, in denen Sie Gott spüren dürfen. In denen Sie Gebetsgemeinschaft erfahren und wo Sie an Leib und Seele gestärkt werden.
Ich grüße Sie sehr herzlich! Bleiben Sie gesund!
Ihr Pfarrer Bernd Weidner

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